"LARP mit!"

"LARP mit!" ist eine Kampagne des Live Adventure, deren Ziel es ist, die QuantitĂ€t und QualitĂ€t des Spiels auf unseren Veranstaltungen zu erhöhen. Es soll der (vor allem durch Massendynamiken) hervorgerufenen Tendenz entgegen gewirkt werden, dass LARPs ab ein paar tausend Teilnehmern zu Festivals degenerieren und den Liverollenspiel-Charakter unserer Veranstaltungen in den Vordergrund rĂŒcken.

Ursprung des Projekts

Vor einigen Jahren bemerkten wir, das ein unerwĂŒnschter Trend auf dem ConQuest immer weiter zu nahm, dessen Bedeutung fĂŒr die Zukunft der Veranstaltung wir anfangs unterschĂ€tzten: Das "Nicht-Rollenspielen". Damit waren Spieler (und NSCs) gemeint, die das ConQuest mehr als ein großes Festival in KostĂŒmen betrachteten, denn als Rollenspiel sahen. Sie fielen hĂ€ufig dadurch negativ auf, dass sie sich neben "PrĂŒgeln, Saufen und Verkleiden" nicht am gemeinsamen Spiel beteiligten.

Vermutlich war diese Entwicklung zu einem Teil der GrĂ¶ĂŸe der Veranstaltung geschuldet. Allein durch die Menge an Spielern und NSCs hat das ConQuest of Mythodea natĂŒrlich einen gewissen Festival-Charakter. Diesen leugnen oder abschaffen zu wollen wĂ€re sowohl scheinheilig, als auch unsinnig.

Denn auch noch heute besteht das Problem - wenn auch die letzten Jahre und vor allem die "LARP mit!" Kampagne das Problem schon deutlich gemindert haben. Es stellt sich also weiterhin die Frage:

Was soll das ConQuest sein?

Wir als Veranstalter haben uns das Ziel gesetzt, mit dem ConQuest ein Liverollenspiel in Festival-GrĂ¶ĂŸe zu machen (statt ein Party-Festival in LARP-Gewandung) – mit allem, was zu einem Liverollenspiel gehört: Abenteuer, Ambiente, eine lebendige und tiefe Spielwelt, ein Plot der fesselnd doch zugleich simpel genug ist, dass jeder einsteigen kann wenn er möchte und natĂŒrlich ganz viel Platz fĂŒr die Ideen unserer Spieler und NSCs.

Und wie immer, wenn man versucht, mit ein paar tausend Menschen etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen, benötigt man dafĂŒr einen gewissen Rahmen. Dieser wird bei uns durch die Spielwelt sowie ein verbindliches Regelwerk gegeben. Sich mit einem Klappstuhl an den Rand eines Kampfplatzes zu setzen und auf Spielangebote (z.B. Angriffe) mit "bin nur out-time hier" zu antworten verstĂ¶ĂŸt unserer Meinung nach nicht nur gegen die Regeln, sondern auch gegen den Grundgedanken der Veranstaltung. Solches oder Ă€hnliches Verhalten in vergleichbaren Situationen ist daher auf dem ConQuest ausdrĂŒcklich unerwĂŒnscht!

"Der zahlende Kunde bekommt was er möchte." gilt dabei nur bedingt, denn wir erwarten von jedem Spieler und NSC, dass er weiß worauf er sich beim ConQuest einlĂ€sst. Wenn 10.000 Besucher im Eishockey Stadion plötzlich Fußball sehen wollen, wirft der Schiedsrichter ja auch keinen Ball aufs Eis.

Auswirkungen vor Ort

Seit dem ConQuest 2011 hat unser SL-Team wiederholt bewusst und aktiv daran gearbeitet, das ConQuest zu einem echten Liverollenspiel zu machen. Das ging weder ĂŒber Nacht noch indem die Spielleiter es "verkĂŒndeten". Die Änderung musste vielmehr im Kopf jedes einzelnen Teilnehmers anfangen.

Wir planten daher eine ganze Reihe an Aktionen fĂŒr das Vorfeld sowie die Veranstaltung selbst, um möglichst viele Teilnehmer auf dieses Thema aufmerksam zu machen und forderten sowohl SL-Team, wie auch unsere Orga-Crew, Festrollen NSCs und Verfemten auf, uns dabei zu unterstĂŒtzen.

Der Kern der Idee war, möglichst oft daran zu erinnern, wo man sich befand und was fĂŒr Regeln (seien sie im Regelwerk oder "ungeschrieben") hier gelten.

VorlÀufiges Resumeé

Es war nie unser Plan, das CQ binnen weniger Jahre zu einem 100%ig OT-freien LARP zu machen. Wir wollten vielmehr eine VerĂ€nderung anstoßen, die in den kommenden Jahren dazu fĂŒhrt, dass das ConQuest ein LARP bleibt (bzw. sich ein StĂŒck in diese Richtung zurĂŒck verwandelt).

Nach ein paar Jahren konnten wir schon deutliche VerĂ€nderungen und Verbesserungen feststellen. In den ersten Jahren nach EinfĂŒhrung von "LARP mit!" wurde es auf zahlreichen Seiten und Foren diskutiert - sei es, dass darĂŒber gescherzt oder mit harten Bandagen diskutiert wurde. Bekanntheit erlangte das Thema allemal - denn egal wie viele Scherze ĂŒber den Slogan gemacht werden, wie viele kritische Stimmen und BeitrĂ€ge es ĂŒber die Zukunft des Projekts, des ConQuests und LARP im Allgemeinen gibt – es wird sich mit dem Problem des "Nicht-Spielens" auf Liverollenspielen auseinandergesetzt.

Und das hÀlt bis heute an und macht Mut, dass dieser Kampf noch lange nicht verloren ist.

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